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Chronik

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Das Dorf, das jede Woche einen neuen Wirt hat

Als "Dorf in einer birgigten Gegend von 134 Einwohnern" beschreibt das Handbuch der Geographie und Statistik des Herzogtums Nassau im Jahr 1823 den Ort Auel. Selbst 50 Jahre später, als das Herzogtum bereits im Königreich Preußen aufgefangen war, gab es wenig mehr zu berichten. Die 147 Einwohner lebten in 28 Haushalten, betrieben "etwas Weinbau, Landbau und Viehzucht". Außerdem gab es eine Oel- und zwei Mahlmühlen.

Pumpe



Eine öffentliche Pumpe auf dem Dorfplatz, drei private Hausbrunnen und die ehemalige Müh
len künden von dem Wasserreichtum Auels, der auch in dem alten Ortsnamen zum Ausdruck kommt.






Solch kleine Siedlungen hinterlassen naturgemäß keine allzu tiefen Spuren in den Geschichtsbüchern. Immerhin wird "Owele" um 1250 erstmals urkundlich erwähnt. Der eigentumliche Name soll aus dem alten Wort "owa" entstanden sein, das eine grasreiche Fläche mit Wasser, und damit den Zustand der Ortslage bezeichnet. Von dem Wasserreichtum zeugt heute noch die Liebevoll restaurierte und funktionsfähige öffentliche Pumpe auf dem Dorfplatz, sowie Hausbrunnen, die noch in drei Anwesen im Ortsbereich vorhanden sind.

Zu den frühen Nachrichten über "Auwel", wie man 1361 schrieb, gehört das Weistum aus dem Jahr 1420 über die Rechte und Einkünfte der Abtei Prüm in Bogel und Auel. Demnach wurde der Zehnte des Orts als prümsches Lehen vergeben. Mit der Hälfte dieses Zehnten war Johann jun., Herr zu Helfenstein und seine Frau Else belehnt, die ihren Anteil am 17. Februar 1437 an Graf Johann von Katzenelnbogen "für 60 gute rheinische Gulden auf Wiederkauf" abtraten. Aus dem Wiederkauf wurde wohl nichts, denn die Katzenelnbogener wußten ihren Besitz zu erhalten und zu mehren. Dazu trug auch bei, daß im Ort hauptsächlich das Kloster Gronau begütert war,in dessen Salbuch noch 1587 ein Hubengericht zu Auel verzeichnet ist. Die Abhängigkeit, in der sich das Kloster von den Grafen von Katzenelnbogen befand, erleichterte es denen, sich als alleinige Herren in Auel durchzusetzen. So gehörte die Gemeinde Auel ursprünglich zu Ruppertshofen. Doch wurde 1594 eine Vereinbarung getroffen, die den Auelern erlaubte,

wegen des weiten Weges zur Ruppertshofener Kirche diejenige in Lierschied zu besuchen, "welche ihnen am nächsten vor der Tür gelegen". Bedingung war, "daß der Kirche zu Ruppertshofen und der dort jüngst errichtetenSchul an ihrer jährlichen zu Auel fälligen Besoldung nichts abgezogen und benommen wurde." Außerdem verpflichteten sich die Aueler, "alljährlich von ihrem Korn soviel Kirchgarben im Felde dem Pfarrer und Glöckner zu Lierschied zu liefern, als Bürger zu Auel wohnen würden." Das war den Auelern die Wegersparnis wert.

Kirche


Um die Lierschieder statt die Ruppertshofener Kirche besuchen zu dürfen, mußten sich die Aueler 1594 zu Kornlieferungen an den Pfarrer und Glöckner in Lierschied verpflichten.











Erst 1676 erfolgte die förmliche Lösung von Ruppertshofen und Verbindung mit Lierschied. Gleichzeitig wurde das dortige Pfarrhaus in ein Schulhaus für die Kinder beider Gemeinden umgewandelt. Lierschied und Auel hatten dafür einen jährlichen "Hauszins" von einem Gulden an den Nocherner Pfarrer zu zahlen. 1895 richtete die Gemeinde Auel eine eigene Schule ein. Sie bestand bis zur Schaffung der Mittelpunktschule in St. Goarshausen im Jahre 1965.

Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gibt es keine Berichte über Auel. Doch dürften die Bewohner unter den gleichen Verheerungen gelitten haben wie die gesamte heimisc

he Region, zumal das unbefestigte Dorf schutzlos den plündernden und mordenden Kriegshorden ausgeliefert war. Aus der Zeit des Wiederaufbaus nach diesen Schreckensjahren stammt auch das alte Rathaus in der Mitte des Orts. Die Glocke in dem kleinen Dachreiter weist mit ihrer Aufschrift in jene Zeit: "Gott mit uns - 1668". Das Gebäude, das auch als öffentliches Backhaus diente, ist zum Wahrzeichen Auels geworden. 1981/82 renovierten es Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr mit viel Engagement und Eigenleistung. Das gelungene Ergebnis wurde mit einem Straßenfest durch die gesamte Bürgerschaft gefeiert.

Mit rund 210 Einwohnern ist Auel die zweitkleinste Ortschaft der Verbandsgemeinde Loreley. Doch zeugen die Aktivitäten der drei Ortsvereine, Chorgemeinschaft, Feuerwehr und Tischtennisverein, von einem hohen Maß an Gemeinsinn. Der Verlust der letzten "Dorfkneipe", dem "Gasthaus zur Linde"

wurde durch den Wirtschaftsbetrieb des Männergesangvereins im Dorfgemeinschaftshaus kompensiert. Hier findet der Gast wöchendlich einen neuen Wirt vor. Was 1959 in einer Wehrmachtsbaracke begann, wird seit 1973/74 in der umgebauten Dreschhalle im Neubaugebiet fortgesetzt. Das Gebäude wird fast täglich durch die Dorfgemeinschaft genutzt, sei es zu sportlichen, kulturellen oder kirchlichen Zwecken. Auel hat noch eine weitere große Einrichtung aufzuweisen, auf die manch größere Gemeinde mitlerweile verzichten muß: ein Lebensmitelgeschäft. Die 1896 gegründete "Gemischtwarenhandlung Walter Schmidt" dient nicht nur der Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs, sondern übernimmt, besonders für ältere Mitbürger, auch die sozialen Funktionen eines Treffpunkts.

Verein


Auel ist die zweitkleinste Ortschaft der Verbandsgemeinde. Dennoch bestehen hier drei Ortsvereine, in deren Aktivitäten ein hohes Maß an Gemeinsinn zum Ausdruck kommt.

 

Die Erwebsstruktur der Gemeinde hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Neben der dominierenden Landwirtschaft wurde hier noch nie selbstständig Handwerk in nennenswertem Umfang betrieben. Doch nun ist aus dem landwirtschaftlich geprägten Dorf eine Wohngemeinde für Arbeiter und Angestellte geworden. Die Landwirtschaft wird mit einer Ausnahme nur im Nebenerwerb betrieben. Dennoch werden 145 Hektar der 265 Hektar umfassenden Gemarkung landwirtschaftlich genutzt. Auch im Ortsbild konnte der ländliche Chrakter erhalten werden. Dies ist den Bemühumgen der Aueler zu verdanken, die bei dem drohenden konventionellen Ausbau der Ortsdurchfahrt auf die Untersuchung von Alternativen bestanden. Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme wurde ein Dorferneuerungsplan entwickelt, der die Erhaltung alter Bausubstanz, einen dorfgerechten Straßenausbau mit Grünanlagen und die Neugestaltung des Dorfplatzes vorsah. Nach diesen beispielhaften Um- und Ausbaumaßnahmen präsentiert sich Auel seinen Besuchern, aber auch seinen Bewohnern als ein liebens- und lebenswertes Dorf, das mehr zu bieten hat als "birgigte Gegend".