Wochenzeitung

Wochenzeitung:

Bundestagswahl 2017
Neugestaltung Loreley Plateau

Neugestaltung Loreley Plateau

Interaktiver Internetstadtplan

Interaktiver Internetstadtplan

Unesco-Welterbe

Verbandsgemeinde
Loreley
im Weltkulturerbe
oberes Mittelrheintal

Unesco Welterbe oberes Mittelrheintal

Wetter
Kontakt

Verbandsgemeinde-verwaltung
Loreley

Dolkstraße 3
56346 St. Goarshausen

Telefon: 06771 – 919 - 0
Telefax:  06771 – 919 - 135

E-Mail an die Verwaltung:
rathaus@vg-loreley.de

Aufgabenbereiche und Mitarbeiter/innen

Öffnungszeiten

Verwaltungsstellen

Dolkstr. 3, 56346 St. Goarshausen

und

Friedrichstr. 12, 56338 Braubach

Montags bis Mittwochs von 8.00 bis 16.00 Uhr

Donnerstags von 8.00 bis 18.00 Uhr

und Freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr

Das Sozialamt ist Mittwochs geschlossen

Solarkataster


Solarkataster
Rhein-Lahn-Kreis

Gewerbeflächen VG Loreley

Chronik

Seite ausdrucken

Die Stadt der Winzer, Schiffer und Leienbrecher

Das Rheinstädtchen Kaub kann auf eine mehr als tausendjährige, durch schriftliche Zeugnisse belegte Geschichte zurückblicken. Daß der Ort schon weit früher besiedelt war, das belegen Grabfunde, die der La-Tene-Zeit um 500 v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n. Chr. zugeschrieben werden. Am 14. Juni 983 jedoch bestätigt Kaiser Otto II. in einer Schenkungsurkunde der Mainzer Kirche unter anderem den "Banpennic", ein Geleitrecht, das "ad cubam villulam", also bis zu dem Dörflein Kaub reichen sollte.

Hl. Theonest
Der Legende vom Hl. Theonest, der in einer Kufe den Rhein hinantrieb, soll die Stadt Kaub ihren Namen verdanken


Der Name "Cuba" erlaubt verschiedene Deutungsmöglichkeiten. Für die Herkunft von dem keltischen "Cabi" mit der Bedeutung "kleines Haus"spricht der frühe Grabfund. Auch der Ursprung im lateinischen "cubare" = lagern ist sowohl im Hinblick auf einen eventuellen römischen Vorposten, als auch auf die Kauber Schieferlager nicht von der Hand zu weisen, zumal die Römer beim Bau der Saalburg Kauber Schiefer verwandten. Die Legendenbildung hat sich eine dritte Möglichkeit zu eigen gemacht, und leitet den Ortsnamen von Cupa(vini) = (Wein)Kufe ab, denn der hl. Theonest soll nach seiner Steinigung in einer durchlöcherten Kufe den Rhein hinabgetrieben sein, und von hiesigen Anwohnern (die ja dann noch keine "Kauber" gewesen sein können) gerettet worden sein. Anhänger dieser Version beriefen sich zudem auf das alte Stadtsiegel mit der Abbildung eines Bischofs in einer Kufe bzw. einem Schiff, und deuteten diesen als St. Theonest. Doch wird auch der hl. Nikolaus, Beschützer der Schiffer und früherer Kirchenpatron Kaubs in dieser Form dargestellt.

Die territoriale Zugehörigkeit Kaubs vor dem Jahr 1250 liegt im Dunkeln. Mit der im frühen 13. Jahrhundert errichteten Burg war ein einträglicher Rheinzoll verbunden, der von seinem Besitzern häufig verpfändet wurde. Burg und Zoll kamen kurz vor 1257 an die Herren von Falkenstein, die diesen Besitz für 2300 Mark Aachener Denare im Jahre 1277 an die Pfalz verkauften. 1289 erwarb Ludwig II. von der Pfalz auch noch die restlichen Rechte der Falkensteiner inklusive der Güter zu Kaub, Weisel, Beiden Dörscheid und Ransel. So zählt Kaub seit 1277 zu den pfälzischen Erblanden, und wurde mit diesen durch den Teilungsvertrag von Pavia im Jahre 1329 endgültig aus der Gemeinschaft mit Bayern abgetrennt. Es entstand ein kleines pfälzisches Amt mit Kaub als Mittelpunkt. Im Jahre 1324 verlieh Ludwig der Bayer seinem Kaub die Stadtrechte, verbunden mit den gleichen Freiheiten, wie Boppard sie besaß. Außerdem ließ er ab etwa 1326 zur Sicherung des Zolls und besseren Überwachung der Rheinschiffahrt an einen Zollturm auf der Rheinaue bauen, der nach Erweiterungen als "Pfalzgrafenstein" zu Kaubs Wahrzeichen wurde.

 

Kirche

Katholische und evangelische Kirche befanden sich in Kaub von 1707 bis 1772 unter einem Dach. Auch die Glocken in dem romantischen Turm diente beiden Gemeinden

 

Kirchlich war Kaub eine Filiale der Mutterkirche in Weisel und verfügte über ein romanisches Gotteshaus, von dem sich nur der Turm bis heute erhalten hat. Schon um 1340/50 wurde der Bau erstmals vergrößert, was mit der Erhebung zur eigenen Pfarrstelle in Verbindung stehen könnte. "hyl. Dryfaltigkyts Kirche zu Cuba" wird sie im Jahre 1411 genannt, während der Chor von jeher dem hl. Nikolaus, dem Patron der Schiffer geweiht war. Das belegt, wie früh dieser Berufsstand für Kaub Bedeutung besaß. Sogar eine "Schiffsleute-Bruderschaft" läßt sich für das Jahr 1452 nachweisen. Bemerkenswert ist, daß bereits 1479 eine Schule in Kaub erwähnt wird, denn vielerorts bedurfte es erst des Anstoßes durch die Reformation, bevor man den allgemeinen Unterricht der Jugend für notwendig hielt.

Die Geschichte Kaubs ist reich an kriegerischen Ereignissen. Im Jahre 1504 widerstehen Stadt und Burg einer 39-tägigen Belagerung im Bayrischen-Pfälzischen Erbfolgekrieg. Die Burg trägt seitdem den Ehrennamen "Gutenfels", und im Geschehen um die glüchliche Befreiung von den Belagerern gründete die im letzten Jahrhundert literarisch aufgearbeitete Sage des "Elslein von Kaub".

Im Dreißigjährigen Krieg leidet die Bevölkerung unter Seuchen, Hungersnot und ständig wechselnden Besatzern. Ein leichtsinnig entfachtes Lagerfeuer griff 1635 auf das "Städteviertel" über, und legte unter anderem das Rathaus, Schule und Pfarrhaus in Schutt und Asche. Nach Kriegsende gab es in Kaub nur noch 66 Wohnhäuser und 198 Einwohner. Die wirtschaftliche Folgen des Krieges blieben für fast 100 Jahre spürbar.

Schiff

Kauber Schiffsleute galten als besonders fahrenskundig auf der gefährlichen Gebirgsstrecke des Rheins. Hier befand sich auch die Größte Lotsenstation mit mehreren eigenen Versetzboten

 

Erst 1742 zählte Kaub wieder 133 Gewerbetreibende, darunter 39 Leienbrecher (Schieferbrecher), 8 Steuermänner, 3 Nachenführer, 1 Schiffbauer, sowie 6 Bäcker, 5 Metzger, 4 Bierbrauer und 4 Krämer (Gemischtwarenhändler). In dieser Aufstellung sucht man die Winzer vergeblich, denn der Weinbau wurde von fast jedermann betrieben. Und so werden die drei traditionellen Haupterwerbsquellen Kaubs deutlich. Der 1353 erstmals urkundlich erwähnte und bis 1972 betriebene Schieferabbau bot noch in diesem Jahrhundert bis zu 350 Arbeitern ein Einkommen. Die gefährliche Gebirgsstrecke des Rheins brachte es mit sich, daß aus Kaub die besonders fahrenskundigen Schiffsleute stammten. Hier bestand die größte Lotsenstation, bis Rheinvertiefung und Radar diesen Berufsstand überflüssig machten. Der Weinbau bestimmt noch heute das Landschaftsbild des Mittelrheintals. Das Weinmarktbuch der Stadt belegt schon für die Zeit von 1544 bis 1676 die ausgedehnten Handelsbeziehungen der Kauber Winzer. Oft bot die Weinernte auch den einzigen Trost in schwerer Zeit, wie anno 1652, als es "mehr an Fässern, denn an Wein und Most mangelte".

Blücherdenkmal und Pfalzgrafenstein sind die Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt geworden. Doch die drei genannten Berufsstände haben Kaub geprägt. Auch wenn sie ihre einstige Bedeutung verloren haben ist es daher gerechtfertigt, daß ihre Symbole die Stadt Kaub im Wappen repräsentieren.