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Chronik

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Nur acht Familien lebten hier nach dem großen Krieg

Im Bereich der Verbandsgemeinde Loreley ist Lykershausen die am nördlichsten gelegene Gemeinde. Mit rund 200 Einwohnern gehört sie zu den kleineren Gemeinwesen dieser Verwaltungseinheit. Der Zeitpunkt der Ortsgründung läßt sich natürlich nicht nachweisen, doch durch die Ortsnamenforschung konnten Siedlungsperioden bestimmt werden, wonach Lykershausen zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert entstanden sein dürfte. Der Ort war also noch nicht sehr alt, als er im Jahr 1110 als "Lyggershusen" zum ersten mal urkundlich erwähnt wird. Damals schenkten der Propst Richwin von St. Martin in Worms seinem Stiftskapitel unter anderem auch den Zehnten in Lykershausen. Später sind noch weitere Schreibweisen des Namens anzutreffen, die auf undeutliche und mundartlich gefärbte Übermittlungen zurückzuführen sind. So liest man um 1250 von "Lukirshusen".

Wappen


Fast 450 Jahre lang war der Erzbischof von Trier Landesherr auch über Lykershausen, wo die Herren von Liebenstein einen großen Hof besaßen.


1357, als der Trierer Erzbischof Balduin sein Territorium auf die rechte Rheinseite zwischen Osterspai und Wellmich ausgedehnt hatte, zählte der Ort "Leuchterschen" zu den neuen Besitzungen. Diese kurtrierische Herrschaft bestand bis zum Jahr 1803. Am 8. Juni 1474 verpfändete Johann von Liebenstein ein Sechstel des großen Hofes in "Lykershausen" für 80 rheinische Gulden an den Sohn des Conz in Kamp, der dieses Unterpfand an den Kamper Kirchherrn, einen Jacob Kling aus Koblenz weitergab.

Solcher Art sind die frühen Nachrichten über das Dorf. Von seinen Bewohnern und ihrem Leben ist daraus nichts zu erfahren außer, daß sie ihre Arbeit auf den Gütern und Höfen für adelige Herren verrichteten, die ihren Besitz nach Belieben verpfändeten, verkauften oder verschenkten. So war es auch nichts Außergewöhnliches, wenn im Jahre 1468 Friedrich von Bubenheim seiner Tochter Margarete und dem Schwiegersohn Johann von Königstein statt eines versprochenen Kapitals von 600 Gulden beide mit einer Jahresrente von 30 Gulden auf seinen Hof zu Lykershausen und die Güter zu Osterspai verwies. Nur fünf Jahre später wurde der gleiche Hof für 550 Gulden an das Kloster Marienburg in Boppard verkauft.

Dieses Kloster hatte bereits 1450 adelige Höfe in Lykershausen erworben, und konnte seinen Besitz bis zur Auflösung behaupten. Auch die Herren von Schöneck besaßen einen Hof vor Ort. Dieser hatte ab 1480 eine Erbrente von 6 Maltern Korn für eine Messe in der Kapelle zu Geisig an den Pfarrer in Dornholzhausen zu liefern. Gleichzeitig war der Zehnte von dem Schöneckschen Hof an einen Herrn von Breitbach verpfändet. 1537 bis 1572 besaß ihn Margarethe von Nassau, und ab 1574 deren Tochter Margarethe vom Stein.

Empfindlich gestört wurde der lebhafte Handel mit Höfen und den daran haftenden Rechten und Einkünften durch die ruinösen Auswirkungen des Greißigjährigen Kriegs, Die Verwüstungen des Landes nach den Durchzügen fremder Kriegshorden waren unbeschreiblich. Ganze Ortschaften verschwanden für immer von der Landkarte. Auch Lykershausen hat in den Schreckensjahren 1618 - 48 gelitten. Aus dem Visitationsbericht des Archidiakons von St. Castor in Karden ist zu erfahren, daß der Ort im Jahr 1681 nur noch acht Familien beherbergte. Doch die wenigen Einwohner hatten schon ein Jahr zuvor ihre Kapelle wiedererrichtet und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Nur langsam erholte sich das Dorf.

Erst nach 1789, als es aus 13 Häusern und 11 Scheunen bestand und von 25 Erwachsenen "bevölkert" wurde, scheint der Aufschwung eingesetzt zu haben. 119 Einwohner wurden im Jahr 1808 gemeldet. Ihre Zahl stieg auf 183 (1871) und schwankte bis zum zweiten Weltkrieg um die 170.

Trotz der geringen Entfernung nach Dahlheim, gehörte Lykershausen schon seit frühester Zeit zur Mutterkirche Kamp. Bei der Visitation in Kamp, am 22. März 1681, baten sie um Erlaubnis, den Gottesdienst in Bornhofen besuchen zu dürfen, "wegen der Entfernung von Camp, die der Pfarrer zugab." Das wurde ihnen mit Ausnahme der höchsten Feste erlaubt.

1809 erhielt Lykershausen aus dem verkauften Nonnenkloster in Kamp das Glöckchen und man hängte es in der alten Kapelle auf. Mittlerweile war diese auch der hl. Barbara geweiht, doch fanden mit Ausnahme von Beerdigungen und Taufen nur selten Gottesdienste darin statt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der kleine Bau immer mehr in Verfall und mußte zu Beginn der 80er Jahre geschlossen werden.

Nach anfänglichem Widerstand des Kamper Pfarrers und Bedenken unter den Gemeindemitgliedern wegen der finanziellen Belastungen, entschied man sich dennoch für einen Neubau, der innerhalb von nur sechs Monaten in neuromanischem Stil errichtet wurde. Die Bachsteine wurden am Ort selbst hergestellt. Am 4. Dezember 1886 konnte Pfarrer Endres von Kamp das neue Gotteshaus dem hl. Johannes weihen. Die aus der alten Kapelle übernommenen barocken Heiligenfiguren - St. Barbara und Johannes der Täufer - fanden nun auch wieder ihren angemessenen Platz. Neu in Lykershausen war der sehenswerte Altaraufsatz in Form eines vergrößerten Tabernakels aus dem Jahr 1775. Er kam als Geschenk aus der Frankfurter Deutschordenskirche. Der Errichtung der neuen Kirche mußte auch der alte Totenhof weichen, der sich bis dahin mitten im Ort bei der alten Kapelle befand. Außerhalb der Dorfes wurde ein neuer Friedhof angelegt, der seit 1982 auch über eine Leichenhalle verfügt. Nach langen Verhandlungen konnte die kirchliche Verbindung mit der Pfarrei Kamp aufgelöst werden, so daß Lykershausen seit dem 1. Juli 1914 zum Pfarrverband Dahlheim gehört.

 

Ziegelei

Im letzten Jahrhundert bestand in Lykershausen eine Ziegelei, in der auch 1886 die Backsteine zum Bau der neuen Kirche hergestellt wurden.



Einhundert Jahre lang verfügte das Dorf auch über eine eigene Schule. 1864 wurde das Schulhaus errichtet, das von Lykershäuser Kindern bis zur Auflösung der Dorfschule besucht wurde. Bis heute ist Lykershausen landwirtschaftlich geprägt, auch wenn der Haupterwerbslandwirt zur Ausnahme geworden ist. Die Nachteile der jahrhundertelangen Randlage Lykershausen in der ehemals "kurtrierischen Exklave" wurden spätestens durch die 1969 fertiggestellte Straße nach Bornhofen beseitigt. Durch sie verfügt das Dorf über eine wesentlich verbesserte Verkehrsanbindung, was den zahlreichen Berufspendlern zu Gute kommt.

Einen besonderen Ruf hat sich Lykershausen im Heimatgebiet auch mit seinen traditionellen Veranstaltungen erworben. Zum jährlichen Rosenmontagszug und der Johannes-Kirmes finden sich zunehmend auswärtige Gäste.