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Chronik

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Teufelstein und goldener Gickel

Als "Rotweindorf Patersberg" war der Ort noch vor wenigen Jahrzehnten weithin bekannt. Auf der klimatisch besonders begünstigten Hängen zum Forstbachtal hin wuchs der "Rote", der Dank seiner Qualität schon im Mittelalter den Vergleich mit Ingelheimer und Aßmannshäuser Konkurrenz nicht zu scheuen brauchte. Da jedoch die Steillagen nur äußerst mühevoll und arbeitsintensiv bewirtschaftet werden können, ist die Rotweinerzeugung stark zurückgegangen, und die wenigen noch erhaltenen Rebflächen werden nur noch im Nebenerwerb bebaut.

Winzer

In mühevoller Arbeit bauten Patersberger Winzer den berühmten Rotwein an, den nicht nur die Hauderer nach ihren Vorspanndiensten zu schäzuen wußten.

 

 

Patersberg liegt an einem Verkehrsweg, der wohl schon von den Kelten benutzt wurde. Er führt, vom Rhein kommend, am nördlich des Orts aus dem Hasenbachtal ansteigenden Hang empor. Nahe dem Haushecker Wald hat man ein Stück des Weges freigelegt, der von den Römern zu einer "Straße" befestigt worden war, um auch schwere Transporte zu ermöglichen. Schon zu dieser Zeit dürften Patersberger als "Hauderer" Vorspanndienste auf der steilen Steigungsstrecke geleistet haben. Man will sogar den Namen Patersberg von diesem "Pfad auf den Berg" ableiten. Eine andere Deutung stellt die sage von neun Geistlichen (Patres) eines Halnstifts, das bei der Kirche bestanden haben soll, in Zusammenhang mit dem Namen "Patersberg". So wird der Ort in der vermeindlich ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1061 genannt. Doch stammt diese Erwähnung aus gefälschten Güterverzeichnissen des Klosters Bleidenstadt, und für die Existenz eines Halbstifts finden sich keine Belege.

 

Teufel

Der Sage nach schleuderte der Teufel einen Felsblock gegen die Patersberger Kirche. In der Annahme, ein Wirtshaus zu errichten, soll er an ihrem Bau mitgewirkt haben.

 

Das erste gesicherte schriftliche Zeugnis zur Ortsgeschichte ist eine Urkunde der Grafen Dieter und Eberhard von Katzenelnbogen. Sie teilten um 1250 die Leibeigenen ihres Verwaltungsgebiets, zu dem auch "Padinsberg" zählte, unter sich auf. Der Ort lag mit St. Goarshausen, Bornich und Offenthal im Besitztum der Herren von Isenburg, von denen er 1267/77 vertraglich der Tochter Irmgard als Mitgift für die Ehe mit Dieter von Katzenelnbogen zugesichert wurde.

Patersberg besaß schon früh eine Kirche, zu deren Bau - der Sage nach - der Teufel, in der Annahme ein Wirtshaus zu errichten, tatkräftig beigetragen haben soll. Als er jedoch das Turmkreuz erblickte, riß er voller Wut einen Felsblock aus dem Katzenberg und schleuderte ihn gegen das Gotteshaus. Da er es aber verfehlt hat, kann man den "Teufelstein" noch heute neben dem gleichnamigen Wirtshaus besichtigen.

Der Baukörper der heutigen Kirche entstammt verschiedenen Epochen. Das romantische Schiff dürfte dem 12., Chor und Turm dem 14. Jahrhundert zuzuweisen sein. Geweiht war die Kirche dem hl. Pankratius, und sie soll ein beliebter Wallfahrtsort gewesen sein. Im Jahr 1400 wurde Patersberg zur selbständigen Pfarrei, nachdem bisher ein Filialverhältnis zur Bornicher Mutterkirche bestanden hatte. Unter der Herrschaft von von Phillipp dem Großmütigen wurde auch hier, wie in den ganzen hessischen Landen, im Jahr 1528 die Reformation eingeführt. Als erster evangelischer Pfarrer wird ein Johann Peter Rhodius genannt. Er mußte den großen Brand von 1546 miterleben, der das ganze Dorf einäscherte. Dem ebenso verheerenden Feuer vom Karfreitag des Jahres 1584 fiel auch die Kirche zum Opfer. Nur das Gemäuer widerstand den Flammen.

Als der Dreißigjährige Krieg begann, bestanden in Patersberg 34 Haushaltungen. Der Ort war durch einen Wassergraben mit dichter Hecke, und talseitig durch eine Mauer gesichert. Nur durch die bewachten Tore, das "Wasser-" und "Gloppertor", konnte man hineingelangen. Zahllose Bewohner der umliegenden Dörfer fanden in Patersberg Schutz vor marodierenden Truppen. jedoch nicht vor dem Wüten der Pest. Im Jahre 1632 forderte sie die ersten Opfer in dem übervölkerten Ort. Drei Jahre später verzeichnet das Kirchenbuch von Juni bis Dezember 369 Pesttote, "ohne die, welche in Hecken und Wäldern draußen starben und liegen blieben, weil niemand vorhanden war, der solche beerdigen konnte." Das Dorf Patersberg blieb in diesem schlimmen Jahren vor Zerstörungen bewahrt. Zahlreiche Fachwerkhäuser, die nach dem Brand von 1584 erbaut wurden, tragen noch heute zu dem malerischen Ortsbild bei. Dazu gehört auch der alte Dorfbrunnen, der von 1556 bis zur Inbetriebnahme der örtlichen Wasserleitung im Jahre 1924 der Bevölkerung eine ergiebige Quelle erschloß.

Fachwerk


Nach dem großen Brand von 1584 entstanden die typischen Dorfhäuser mit Fachwek über massiven Erdgeschossen. Sie tragen noch heute zur Bereicherung des Ortsbildes bei.

 

Der sehr aktive Heimatverein hat dazu beigetragen, daß in Patersberg ein hohes Traditionsbewußtsein erhalten blieb. "Us gut Stubb" nennt die Dorfgemeinschaft ihren Versammlungsraum in der 1971 aufgelösten Schule. Das 1911/12 errichtete Gebäude war das vierte Schulhaus in der Ortsgeschichte. Das erste brannte 1584 ab. Das zweite wurde 1596 zusammen mit dem Rathaus errichtet. 1823 tauschte es die Gemeinde gegen ein ehemaliges Wirtshaus, und wandelte dieses in eine Schule um. Schon seit dem 16. Jahrhundert wurden auch die Reichenberger Kinder in Patersberg unterrichtet. Erst im Jahr 1841 - der neue Lehrer monierte gerade, daß die Kinder weder rechnen noch buchstabieren konnten, und auch in den sonstigen Leistungen sehr zurück seien - trennte man den Schulverband, und Reichenberg erhielt einen eigenen Lehrer.

In den letzen Jahrzehnten ist Patersberg stark gewachsen. Von 1808 bis nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Bevölkerungszahl fast konstant bei 300, und ist nun auf über 500 gewachsen. "In Patersberch is alles zwerch, sogar der Gickel uff der Kerch", so lautete in vergangenen Zeiten ein Spottvers auf einen vermeintlichen Charakterzug der Patersberger. Das Heimatlied gibt darauf die Antwort: " ... wenn die leit draus aach meene, bei uns wär alles zwerch, dann dun die jo net kenne, unser Dorf ufffm Berch." Dem kann man nur beipflichten, denn sogar der "Gickel uff der Kerch" ist seit kurzem neu vergoldet.