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Chronik

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Heimatort des Pfarrers und Mundartdichters Wilhelm Reuter

Wälder und Wiesen umgeben die heutige Rheinhöhengemeinde Prath. Diese Lage „in den Wiesen" beschreibt auch der aus vordeutscher Zeit stammende Ortsname. Im Lauf der Jahrhunderte blieb dieser Name, von geringfügigen von geringfügigen Änderungen der Schreibweise abgesehen, unverändert. Schon im Jahr 922 ist er in einer Urkunde zu lesen, mit der dem Kloster Gerresheim der Besitz von Grundstücken „in villa prata" durch den Kölner Erznischof Hermann I. bestätigt werden. Nach ihrer Gründung im Jahr 1110 erwarb die Propstei Hirzenach einen Hof und weitere Güter in „Brato", das zusammen mit sieben weiteren rechtsrheinischen Dörfern schon früher zum Zehntbezirk des St. Martin Stifts in Worms gehörte. Eine Urkunde des Klosters Prüm meldet 1138 die Schenkung der „villa prato" durch den Edlen Grundolf an das Stift des Klosters St.Goar. In dieser Zeit dürfte auch der „hl. Goar" zum Schutzpatron von Kirche und Gemeinde geworden sein.

Stift


Im Jahre 1138 wurde das Dorf Prath dem Stift des Klosters St. Goar geschenkt. Darauf ist das Goar-Patrozinium der hiesigen Kirche zurückzuführen.



Die St. Goarer Stiftsherrn konnten sich jedoch nicht sehr lange an dieser Schenkung erfreuen, denn schon 1323 wird Prath als ehemaliger Besitz des Klosters bezeichnet. Das ist einem Schriftstück zu entnehmen, mit dem Gerhard Schenk von Liebenstein versprach, ohne Erlaubnis des Trierer Erzbischofs keinen befestigten Bau zu errichten, und sich auf das ihm zugestandene Haus ohne Gräben zu beschränken. Der Trierer Erzbischof verfolgte nämlich eigene Interessen am Mittelrhein, besonders auf dem rechten Ufer. Am 29. September 1357 war es dann so weit. Das „Bopparder Reich", das bisher unmittelbar der Oberhoheit des Reichs unterstand und zu dem auch Prath gehörte, mußte sich Trierer Kurfürsten unterwerfen. Bis 1803 konnte das Kurfürstentum, das kirchliche und weltliche Macht in einer Hand vereinte, seine Landeshoheit auch über die rechtrheinische Exklave des „Bopparder Reichs" bewahren.

Wenig ist über das Leben in Prath während der folgenden Jahrhunderte zu erfahren. Mittelalterliche Urkunden berichten von wechselnden Besitzern der Höfe, Feld- und Waldflächen in der Gemarkung Praths. Als Eigentümer werden die Klöster Gronau und Marienberg, sowie zahlreiche Adlige, darunter die vom Stein zu Nassau genannt.

Zum gravierendsten Einschnitt in der Geschichte Praths wurde der Dreißigjährige Krieg (1618-48). Wegen der fast völligen Zerstörung des Ortes wurde der alte Siedlungsplatz nahe dem Pulsbach aufgegeben, und das heutige, höher gelegene Prath neu aufgebaut. Im Jahr 1681 wohnten hier wieder 10 Familien, darunter auch die Hebamme, die für den ganzen Pfarreibezirk Kestert, Dahlheim und Prath zuständig war. Der Pfarrer wohnte seit 1580 in Kestert, und versah nur hin und wieder den Gottesdienst in der hiesigen Dorfkirche. Das kleine Gotteshaus war dem „hl.Goar" geweiht, und besaß neben einem in die Wand gemauerten Tabernakel eine kupfervergoldete Monstranz und ein ebensolches Ziborium.

Pulsbach

 

Das alte Prath lag nahe an der Pulsbach. Nach der fast völligen zerstörung des Dorfes im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort an der heutigen Stelle wiederaufgebaut.

 

 

In Folge des Reichsdeputationshauptschlußes von 1803 wurde Prath nassauisch, und erhielt im gleichen Jahr eine neue Kirche. Sie wurde durch den „Werckmeister Ludwig Rausch" erbaut und hat seitdem einige Veränderungen erfahren. Als 1886 in Folge eines Blitzschlags der Dachreiter abbrannte und die Glocken in der Feuersbrunst geschmolzen waren, errichtete man einen massiven viereckigen Turm, der die beiden neuen Glocken aufnahm. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche wieder stark beschädigt. Bei der Dacherneuerung beseitigte man den Turm, und ersetzte ihn durch einen Dachreiter. Die Inneneinrichtung wurde in barocker Form wiederhergestellt. Ausgestattet mit einer neuen Orgel und neuen Fenstern präsentierte sich die Kirche wieder als Schmuckstück der Gemeinde.

Die Einwohnerzahl Praths war von 176 im Jahr 1808 auf 330 im Jahr 1871 gestiegen, als zwei Drittel der Bevölkerung an der Ruhr erkrankten. 25 Prather fielen der Seuche zu Opfer, darunter auch der 41-jährige Bürgermeister. Seitdem schwankt die Einwohnerzahl beständig um 300.

Die Landwirtschaft als Haupterwerbsquelle wurde im letzten Jahrhundert ergänzt durch den Berwerksbetrieb am Sachsenhäuser Hof. Das heute in Prather Gemarkung gelegene Areal wurde bereits um 1250 als „Sassinhusin" urkundlich erwähnt. Der dortige Hof gelangte 1296/97 an das Kloster Marienberg bei Boppard und wurde später eine kurpfälzische Exklave. Seit 1764 baute man intensiv die teilweise recht ergiebigen Silber-, Blei und Kupfervorkommen ab. Zwischen 80 und 90 Arbeiter fanden im Jahr 1817 hier Beschäftigung. In einem Pochwerk in Weyerer Gemarkung wurden die Erze gebrochen, und von dort auf dem Landweg zur Braubacher Hütte transportiert. Abraumhalden und der „Sachsenhäuser Wald" erinnern bis heute an diesen für damalige Verhältnisse bedeutenden Betrieb.

 

Pest

Auch Prath wurde immer wieder von Seuchen betroffen. Dem Wüten der Pestepedemien im 17. Jahrhundert folgte 1872 die Ruhr und forderte 25 Todesopfer.

 

Die Gemarkung Prath umfaßt 433 Hektar, 265 davon werden heute noch landwirtschaftlich genutzt, wenn auch fast ausschließlich im Nebenerwerb. Der größte Teil der Berufstätigen pendelt täglich zu auswärtigen Arbeitsstellen. Dennoch haben sich die Einwohner einen ausgeprägten Gemeinsinn bewahrt. Das Dorfgemeinschaftshaus und die Sporthalle wurden 1978 eröffnet, und sind zum Zentrum eines regen und intensiven Vereinsleben geworden. Eine Besonderheit des von jeher katholisch geprägten Ortes ist, daß aus ihm im Lauf der letzten 150 Jahr vier Ordensschwestern und fünf Pfarrer hervorgegangen sind. Einer von ihnen, der 1888 geborene Pfarrer Wilhelm Reuter, erlangte mit zahlreichen Gedichten und Schauspielen, die er in seiner heimischen Munart verfaßte, überregionale Bekanntheit und Popularität.