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Chronik

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"...das wunderbar
Gebeu und Hans Reichenberg"

Die Lage Reichenbergs ist durch die topographischen Gegebenheiten eines recht engen Tales bestimmt. Als einzige Siedlung im Bereich der Verbandsgemeinde entstand der Ort im Schutz einer Burg, womit die seltene Möglichkeit besteht, den Gründungszeitpunkt recht genau angeben zu können. Am 10. August 1319 belehnte Erzbischof Balduin von Trier den Grafen Wilhelm I. von Katzenelnbogen und dessen zweite Gemahlin Adelheid mit den Dörfern Bornich, St.Goarshausen, Patersberg und Offenthal, und erlaubte gleichzeitig dem Grafen, auf dem Berg „dicto Richenberg" eine Burg zu errichten. Der Bau dürfte wohl umgehend erfolgt sein, denn bereits am 18. Januar 1324 nahm Ludwig der Bayer die Burg in seinen Schutz, und verlieh dem dabei anzulegenden Ort die Rechte der Stadt Frankfurt und einen Wochenmarkt.Schule

 

Die 1904 errichtete Schule Reichenbergs wird seit 1981 als Dorfgemeinschaftshaus genutzt, das auch die Diensträume des Bürgermeisters beherbergt.

 

Doch die Siedlung im „Dale", wie sie 1352 genannt wird, konnte sich in ihrer verkehrsabgeschiedenen Lage gegenüber den älteren Konkurrenten St.Goar und St.Goarshausen nie zu größerer Bedeutung entwickeln. Noch 1840 schrieb Karl Simrock über „Reichenberg, das besser Armenberg hiesse, denn aus gar dürftigen Hütten besteht das Dorf, das einst eine mächtige Stadt zu werden bestimmt war." Auch die Burg wurde nicht wie geplant fertiggestellt. Noch 1352 teilten die Söhne des Grafen Wilhelm I. einen unvollendeten Bau unter sich auf. Erst nach Fertigstellung der Burg Neukatzenelnbogen in St.Goarshausen wandte sich Wilhelm II. wieder Reichenberg zu. Am 3. Februar 1371 stiftete er der Burgkapelle einen Altar und stellte einen Burgkaplan ein, der „Essen und Trinken auf dem Schloß" erhalten sollte. Außerdem ließ er die Burg in einen Bauzustand versetzen, daß die "Hessische Chronica" 1605 von dem „wunderbar Gebeu und Hans Reichenberg" berichtete.

Obwohl die Ruine mit dem Verlust beider Türme – der eine wurde 1814 wegen Einsturzgefahr gesprengt, der andere fiel völlig unerwartet am 13. März 1971 in sich zusammen – weniger eindrücklich wirkt, geraten angesichts der einmaligen Architektur heutige Burgenkundler noch ins Schwärmen.

Nach dem Aussterben des Katzenelnbogener Grafenhauses gelangte die Niedergrafenschaft 1479 an die über ihre Ehre zerstrittenen Landgrafen von Hessen in Kassel und Darmstadt. Im Jahr 1647 eroberten hessen-kasselische Truppen die Burg. Was sie dort wieder in Besitz nahmen beschrieb Pfarrer Plebanus in seinem berühmten Tagebuch aus dem Dreißigjährigen Krieg: „Reichenberg liegt ganz wüste, nicht ein Mensch mehr darinnnen, die Mauern eingerissen, die Pforten verbrannt." Nach der Instandsetzung 1649-1651 wurde die Burg zum Sitz eines hessischen Oberamts, einem Verwaltungsmittelpunkt, an dem vor allem die Naturalabgaben der Bevölkerung gesammelt und gelagert wurden.Kapelle



Auf halber Höhe zwichen Dorf und Burg ließen die Grafen von Katzenelnbogen 1380 eine Kapelle, die heutige evangelische Kirche erbauen

 

Südlich der Burg steht auf halber Höhe zum Dorf hinunter eine 1380 vollendete und dem heiligen Christopherus geweihte Kapelle, die heutige evangelisch Kirche. Sie war nach der Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg noch 1665 in sehr schlechtem Zustand, und wurde erst 1737/38 grundlegend erneuert. Die Deckengestaltung, Kanzel und die Emporengemälde wurden bei dieser Renovierung unter dem Landgrafen Friedrich I. von Hessen – Kassel geschaffen, woran die Inschrift einer Holztafel noch heute erinnert. Im Jahr 1896 erhielt das Kirchlein eine neue Orgel, die für 1900 Mark von dem Orgelbauer Voight aus Wiesbaden-Biebrich geliefert wurde.

Sieht man von dem 1271 erwähnten Burgkaplan ab, hatte Reichenberg nie einen eigenen Pfarrer. Die Gemeinde war kirchlich stets mit der Pfarrstelle Patersberg verbunden. Daher mußten die Kinder auch die dortige Schule besuchen, bis 1841 ein Vertrag über die Auflösung des Schulverbands geschlossen wurde. An den Bau einer eigenen Schule war jedoch nicht zu denken, denn die Mehrzahl der Bevölkerung war so arm, daß sie nicht einmal das Korn zur Lehrerbesoldung liefern konnte. Deshalb mietete man zunächst eine Stube im Obergeschoß des Wohnhauses von Friedrich Rohr an, bis die Gemeinde im Jahr 1847 das ganze Gebäude für 900 Gulden erwarb. Im Jahr 1900 – Reichenberg war gerade Kleinbahnstation an der Strecke St. Goarshausen – Nastätten geworden – entschloß man sich wegen der ungesunden und unzureichenden Verhältnisse im alten Schulhaus zu einem Neubau. Nachdem die Platzfrage entschieden war, konnte die neue Schule am 6. Juni 1904 mit einem Dorffest ihrer Bestimmung übergeben werden. Bis zur Schaffung der Mittelpunktschule in St. Goarshausen im Jahr 1965 wurde hier unterrichtet. 1981 wandelte man das Gebäude in ein Dorfgemeinschaftshaus um, das auch die Diensträume des Ortsbürgermeisters enthält.Bahn


Von 1900 bis 1953 dampfte die Kleinbahn durch das Hasnebachtal, und das Wartehäuschen am Haltepunkt Reichenberg diente als "Tor zur Welt".

 

Das elektrische Licht hielt im Jahr 1913 Einzug in die Reichenberger Häuser, während die Kirche sich erst 1926 den Luxus der Beleuchtung durch sieben Lampen leistete. Auch die Wasserversorgung wurde in jener Zeit modernisiert. Bereits 1925 waren Bewohner des Berges an die Patersberger Wasserleitung angeschlossen worden. Für die Talbewohner wurde zwei Jahre später der Floraborn gefaßt und ein Leitungsnetz angelegt.

Die Beschreibung Reichenbergs wäre unvollständig ohne Erwähnung des Hofes Offenthal, der den größten Teil der Gemarkung ausmacht. Schon um 1250 wurde er als „Offindal" urkundlich erwähnt, und später als „Dorf Offenthal" bezeichnet. Der ehemals katzenelnbogische, dann hessische Besitz was bis in unser Jahrhundert hinein Staatsdomäne, und befindet sich nun in Privatbesitz.