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Chronik

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Reichsgraf Franz v. Sickingen:
"Er starb im Elend"

n der südlichen Grenze der Verbandsgemeinde Loreley, die gleichzeitig Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen ist, liegt ein wenig versteckt die Gemeinde Sauerthal. Es ist ein sehr altes Grenzgebiet, das schon zur Zeit der Frankenherrschaft den Einrichgau vom Rheingau trennte. „Grenzgänger" blieben die Sauerthaler bis in die jüngste Zeit, denn die einzige Ortszufahrt führte vom Rhein durch das hessische Wispertal. Erst der Ausbau des Forstwirtschaftswegs von Kaub über den Hof Sauerberg stellte eine direkte Verbindung zu den rheinpfälzischen Mitbürgern her.

Haus Kreuzberger Das haus Kreuzberger mit seinem achteckigen Erker ist ein besonders schönes Exemplar der fachwerkbaukunst. Die Sprüche auf den Balken verraten einiges über das Verhältnis des Erbauers zu seinen Nachbarn

Das Dorf hat eine wald- und wasserreiche Tallage am Tiefenbach und dem Heppengrundbach. Es verdankt seinen Namen dieser Lage und einer im Ortsbereich entspringenden Quelle, dem schwach kohlensäurehaltigen Sauerborn. In einer Urkunde vom 16. Oktober 1291, mit der die Grafen von Sponheim Rechte und Güter an den Pfalzgrafen verkauften, wird der Ort „Surenburn" erstmals erwähnt. Durch diesen Verkauf kam Sauerthal zum neugebildeten Unteramt Kaub, dessen Amtmänner sogar zeitweise auf der Sauerburg residierten, während in Kaub nur der Zollschreiber verblieb.

Wann genau die Sauerburg errichtet wurde, läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Es ist aber spätestens 1355 geschehen, denn in jenem Jahr bat Pfalzgraf Ruprecht den Mainzer Erzbischof um Gestattung eines Burgbaus bei dem Dorf „Suerburn", um sich vor Übergriffen der benachbarten Burg Waldeck schützen zu können. Vielleicht hat man zur besseren Unterscheidung das unter der neuen Burg gelegené Dorf fortan „Sauertal" genannt. Im Jahr 1505 verkaufte der Pfalzgraf Philipp die Herrschaft über Sauerburg, Sauerburg und den bereits 1361 als „Froneborne" bezeichneten Hof Sauerberg für 1000 rheinische Gulden als Erblehen an seinen Marschall Philipp von Cronberg. Den Crombergern folgten als Erben 1617 die Brömser von Rüdesheim. Von ihnen berichtete der Chronist Johann Scholl, daß sie „das fast verfallene Berghaus Sauerburg gar schön wieder gebaut, auch einen Brunnen darauf führen lassen." Doch diese Investition war nicht von langer Dauer. Schon kurz nachdem die Freiherrn von Metternich 1668 den Besitz geerbt hatten, befand sich die Burg wieder in schlechtem Zustand. Den Rest besorgten Truppen des französischem Königs Ludwig XIV., die sie 1689 verbrannten und teilweise schleiften. In diesem traurigen Zustand wechselte die Ruine häufig den Eigentümer, in den Jahren 1888 und 1907 sogar auf dem Weg der Zwangsversteigerung. Erst der Geheime Legationsrat Josef von Loehr ließ das malerische Gemäuer von 1909 bis 1912 wieder in bewohnbaren Zustand versetzen.

Die Sauerburg in Sauerthal Seit Mitte des 14.Jahrhunderts thront die Sauerburg über dem Dorf im Tiefenbachtal. Ab 1909 wurde sie wieder in einen bewohnbaren Zustand versetzt, nachdem sie über 200 Jahre in Trümmern gelegen hatte.

Es war also kein besonders wertvolles Erbe, das die Rechtsfreiherrn von Sickingen im Jahr 1692 antraten. Der Schieferabbau bei Sauerthal steckte noch in Anfängen, sodaß sie im wesentlichen ein Dorf mit 6 Einwohnern und einer Mühle ihr Eigen nennen konnten. Immerhin ließen die neuen Herren den mittlerweile verfallenen Sauerbrunnen säubern und neu fassen, denn sein Wasser wurde eine gewisse Heilkraft zugeschrieben, die schon in älteren Beschreibungen von Heilquellen ihren Niederschlag gefunden hatte. Als Inhaber des Patronats machten sich die mittlerweile zu Reichsgrafen aufgestiegenen Sickinger auch um die Kirche verdient. Seitdem die Burgkapelle den Zerstörungen von 1689 zum Opfer war, besaß Sauerthal nur eine provisorische Kapelle. Durch Spenden und die finanzielle Hilfe des Patronatsherrn konnte 1748/50 die noch heute stehende Dorfkirche erbaut werden. Da der Ort seelsorgerisch von Kaub aus betreut wurde, versuchten die Sickinger mehrfach, hier eine eigenständige Pfarrei zu errichten, und boten als Ausstattung noch 1818 neben einem Pfarrhaus, Garten und Wiesen auch entsprechende Einkünfte an. Doch wurde nur ein neues Filialverhältnis mit Ransel begründet, und Franz von Sickingen verzichtete 1824 auf seine Patronatsrechte. Bereits im Zusammenhang mit der Gründung des Rheinbunds 1806 hatten die Sickinger ihre reichsritterlichen Rechte verloren, und die Besitzung Sauerthal kam im neugeschaffenen Herzogtum Nassau zuerst zum Amt Kaub, 1816 zum Amt St. Goarshausen. Reichsgraf Franz von Sickingen zu Sickingen blieb als letzter Sproß seines Hauses unverheiratet, und starb verarmt auf seinem Hof Fronborn, dem heutigen Hof Sauerberg. Der Konrektor Rossel des Wiesbadener Gymnasiums ließ ihm 1845 auf dem Sauerthaler Friedhof ein Denkmal setzen, das die Inschrift trägt: Er starb im Elend, 1834"

Das Grab des Franz von Sickingen in Sauerthal Ein schlichtes Denkmal ziert das Grab des franz von Sickingen auf dem Friedhof Sauerthals. Er war der letzte des Grafengeschlechts, das von 1692 bis 1806 den Ort besaß.

Von 208 auf 270 sprang die Einwohnerzahl Sauerthals zwischen 1818 und 1840. Hochstände erreichte sie in den Jahren 1925 mit 316, und 1950 mit 338. Der seit 1505 nachweisbare Schieferabbau bot die wirtschaftlichen Grundlagen für dieses Wachstum. Zeitweise waren vier Gruben gleichzeitig in Betrieb, was dazu führte, daß Sauerthal schon sehr früh eine Arbeitergemeinde war, in der Landwirtschaft bestenfalls im Nebenerwerb betrieben wurde. Zwei Müller, vier Lebensmittelhändler, zwei Gastwirte, ein Schuster, ein Bäcker, so wie zwei Fuhrbetriebe fanden in Sauerthal ihr Auskommen. Nachdem jedoch die letzte Schiefergrube 1953 wegen Unrentabilität geschlossen wurde, und das 1930 eingerichtete Mahlwerk für Schiefermehl im Jahr 1975 die Produktion einstellte, ist Sauerthal zu einer Wohngemeinde geworden, deren Erwerbstätige zu auswärtigen Arbeitsstellen pendeln. Die dadurch bedingte Abwesenheit des größten Teils der männlichen Einwohnerschaft führte 1990 zu einer Novität: als erste Gemeinde im Rhein-Lahn-Kreis erhielt Sauerthal einen Frauen-Feuerwehrtrupp.