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Chronik

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Die vier Herren des Einrich
besaßen auch Weyer gemeinsam

ersucht man die Entstehungszeit des Dorfes Weyer zu ermitteln, so findet man zwei Indizien, die auf die vorchristliche Zeit verweisen. Da sind einmal die Reste zweier Hügelgräber im Gemeindewald, die dem ersten Jahrtausend v. Chr. zugerechnet werden und die frühe Besiedlung der Gegend um Weyer belegen. Zum anderen läßt sich der Ortsname auf keltischen Ursprung zurückführen. Von diesen rund zweieinhalb Jahrtausenden Siedlungsgeschichte lassen sich jedoch nur 750 Jahre urkundlich nachweisen.

Ritter von Heppenheft Vom Kloster Gronau trugen Ritter von Hepenheft die Grundherrschaft über Weyer zu Lehen. Von diesen erwarb sie 1364 der Trierer erzbischof.

Als „Wilre" begegnet uns das Dorf um 1250 erstmals in einem Lehensverzeichnis der Herren von Eppstein. Diese hatten ein Viertel der „villa in Wilro", die „investitur ecclesie" und die Vogtei als Lehen an den Ritter Heinrich Biz gegeben. Die Grundherrschaft besaß das Kloster Gronau, und von diesem der Wilhelm Hepe von Heppenheft als Lehen. Im Jahr 1363 übertrug das Kloster den größten Teil seiner Rechte an den Erzbischof Kuno von Trier, und mußte später wegen arger wirtschaftlicher Schwierigkeiten sogar den letzten verbliebenen Hof aufgeben. Auch der Heppenheft verkaufte 1364 sein Lehen an den Erzbischof gegen 300 kleine Gulden von Florenz. Der so an Trier gekommene Besitz machte bald den größten Teil des Dorfes aus und ließ sich noch zur Neuzeit hier nachweisen.

Weyer lag seit dem 14. Jahrhundert im „Vierherrischen". Dieser Begriff entstand, nachdem durch die Teilungen der Grafenhäuser von Nassau (1255) und von Katzenelnbogen (1260) die Grafschaft auf dem Einrich vier Herren gemeinsam gehörte. Die Zersplitterung der Landeshoheit war Anlaß für manchen Streit der „Herren" untereinander, was sich auch nicht änderte, als Hessen-Kassel 1479 in die Rechte der Katzenelnbogener eintrat. Erst nach dem zweiten Nastätter Rezeß kam es 1755 zur Auflösung des „Vierherrischen".Weyer wurde dem Amt Reichenberg zugeschlagen, und blieb mit diesem bis 1806 hessisch. Im November des selben Jahres besetzten französische Truppen die Niedergrafenschaft Katzenelnbogen. Sie wurde in der Folgezeit als „pays reserve" wie eine französische Provinz behandelt, ohne jedoch förmlich annektiert zu sein, wie das linke Rheinufer. Im Volksmund sprach man von dem „aufgehobenen Ländchen". Im Rahmen der territorialen Neuordnung nach den Befreiungskriegen wurde 1816 die Niedergrafschaft dem Herzogtum Nassau einverleibt, und Weyer dem neugeschaffenen Amt St. Goarshausen zugeteilt.

Französische Besatzungstruppen Im November 1806 wurde Weyer mit der ganzen Niedergrafschaft Katzenelnbogen als "pays reserve" von französichen Truppen besetzt.

Kirchlich gehörte Weyer in ganz früher Zeit zur Mutterkirche in Boppard, und blieb bis zur Erhebung zur selbständigen Pfarrstelle im 13./14. Jahrhundert Filiale von Wellmich. Das Kirchenpatronat besaßen nach den Herren von Eppstein bis 1477 die Grafen von Virneburg. Jenen folgten die Erzbischöfe von Trier, was nach Einführung der Reformation zu dem bemerkenswerten Zustand führte, daß katholische Bischöfe die evangelischen Pfarrer in Weer präsentierten. Außerdem hatten sie als Kollatoren der Kirche einen Teil der Pfarrbesoldung zu zahlen, die Pfarrgebäude und den Chor der Kirche zu bauen und zu unterhalten. Auf Anforderung des Erzbischofs hatte der katholiche Pfarrer Wellmichs wohl hin und wieder Stellungnahmen zum Verhalten seines Weyerer „Stiefbruders" abzugeben. So schrieb 1796 der Priester über Pfarrer Zirn, daß er „sich sowohl gegen uns im Wellmicher Kirchspiel, als auch gegen die übrige angrenzende Churtierische Nachbarschaft als ein guter, friedliebender Nachbar betragen hat und unsern vielen Armen alle Woche sein Stück Brot gerne mitteilt."

Seit 1563 gehört Eschbach als Filiale zur Pfarrei Weyer. Dieses Verhältnis war nicht immer ungetrübt, besonders dann, wenn es um Zahlungen zur Unterhaltung der Weyer Pfarrgebäude ging. Als dort im Jahr 1744 die neue Kirche mit Baukosten von rund 600 Reichstalern errichtet wurde, kam es sogar zu einem Prozeß um den Eschbacher Beitrag hierzu, bei dem Weyer den kürzeren zog. Bis 1759 unterrichtete der Pfarrer auch die Kinder der beiden Dörfer. Danach stellte man einen Lehrer ein, und baute im Jahr 1822 ein neues Schulhaus. Es war bis 1892 Eigentum des dann aufgelösten Schulverbands Weyer-Eschbach, und beherbergte die Volksschule noch bis 1971.

Sachsenhäuser Bergwerk Zur Verarbeitung der im Sachsenhäuser Bergwerk bei Prath geförderten Erze wurde im Engetal 1768 ein Pochwerk eingerichtet, das bis 1882 im Betrieb war.

Landbau und Viehzucht nennt ein „Geographischer Früher" 1872 als Haupterwerbsquellen des 403 Einwohner zählenden Weyer. Außerdem erwähnt er drei Mahlmühlen und ein Pochwerk. Diese lagen im Engetal, und besonders letzteres erlangte einige wirtschaftliche Bedeutung. 1768 zur Verarbeitung der Erze vom Sachsenhäuser Bergwerk errichtet, fanden hier bis zur Betriebseinstellung im Jahr 1882 zahlreiche Weyerer Beschäftigung. Nennenswertes Gewerbe war hier nicht heimisch. Eine Aufzählung aus dem Jahr 1792 nennt 3 Schneider, 1 Schreiner, 1 Zimmermann, 1 Schuhmacher, 2 Schmiede, 1 Nagelschmied, 3 Leinweber und 3 Tagelöhner, die allesamt den Bedarf der 300 Seelen deckten. Weyer bestand damals aus 51 Wohnhäusern, den Pfarr-, Schul- und beiden Hirtenhäusern. Heute zählt das Dorf rund 520 Einwohner. Der neugestaltete Dorfplatz neben der alten Schule, sowie restaurierte Fachwerkhäuser geben dem historisch gewachsenen Ortskern eine gepflegte Erscheinung, was durch die Erneuerung der Ortsstraßen noch unterstrichen wird. Diese Anstrengungen wurden durch den dreimaligen Kreissieg im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" honoriert.